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Nostalgie am Montag

Eintrag vom: 01.09.2014 | von: Basti | in: Privates

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Kennt das noch jemand?

Tjaha! Ich war tatsächlich ein Kunde der ersten Stunde der Advance Bank (nicht zu verwechseln mit der luxemburgischen Advanzia Bank, bei der ich auch bin). Das war die Online-Tochter der Dresdner Bank und wurde bereits 1995 gegründet.

Für mich war es der erste Schritt raus aus der provinziellen Bankdenke bei uns auf dem Dorf. Die Kündigung konnte damals keiner verstehen – erst recht nicht die dorf-ansässige Raiffeisenbank selbst – doch ich war begeisterter Nutzer der Service-Leistungen. Das Foto oben zeigt z.B. ein HBCI-Karten-Leser (ein CHIPDRIVE micro 120 für den COM-Port), bei dem TAN-Eingaben vollständig entfielen. Außerdem konnte ich kostenlos auch die Filialeleistungen der Dresdner Bank in Anspruch nehmen, die online nicht machbar waren – z.B. Scheckeinreichungen oder Einzahlungen. Und die hatten bekanntlich die hübschesten Mitarbeiterinnen.

Die Advance Bank ging 2003 vollständig in der Dresdner Bank auf, die bekanntlich 2009 dann in der Commerzbank aufging. Schade eigentlich. Von den ursprünglich vier großen Privatbanken in Deutschland war die Dresdner irgendwie noch die sympathischste.

Ich habe aber einen ganzen Batzen an skurillen Bank-Memoribilia in meinem Portfolio. Hier z.B. die Maestro-Karte von first-e:

Die Bank gab es nur rund 3 Jahre lang. Kunde wurde ich glaube ich erst 1999. Die Anmeldung war schon verrückt. Sowas wie Post-Ident gab’s nicht. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute dort unter falschem Namen Konten geführt haben. Die Zinsen waren genial (6%, wenn ich mich richtig erinnere). Die Bank operierte unter einer Lizenz der eher unscheinbaren französischen Banque d’Escompte und scherte sich insgesamt recht wenig um die Regularien, die es ansonsten auf dem Banksektor gab.

2001 gab man nach einem verpatzen Merger-Deal auf und schob die Kunden zur DAB Bank… bei der ich allerdings nicht allzu lange blieb, da ich parallel schon ein Konto bei der vergleichbaren DiBa hatte. Zu dem wiederum kam ich durch eine Auflösung der Entrium-Bank. Kennt die noch wer?

Die war damals eigentlich relativ groß und hatte wohl so rund 800.000 Kunden und ging, wenn ich mich richtig erinnere, aus der Quelle Bank hervor, bevor Quelle an Karstadt ging. Erstaunlicherweise gibt’s zur immerhin mal zweitgrößten Direktbank Deutschlands scheinbar keinen Wikipedia-Eintrag. ING schluckte Diba und Entrium und führte beide zur ING-Diba zusammen.

Nur drei von vielen Bankgeschichten, die sich in meiner Banking-Memoribilia-Kiste befinden!

Kommentare (2)

Thomas

Ich!
War auch mal Kunde bei der Advance. Und glücklich dort.
Den Kartenleser hab ich jedoch bis zur Abwicklung der Bank nicht zum Laufen bekommen.
Die Dresdner hat mich dann auf eine willkürliche Filiale geschlüsselt wo ich, als ich weg wollte, dann noch ein Kündigungsgespräch über mich ergehen lassen musste. Das war so old school…

Basti

War das Web-Interface der alten Advance (neben dem ganz gelungenen Offline-Clienten) nicht sogar eine Java-Applikation? Ich erinnere mich da so dunkel. 😀

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