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Eintrag vom: 01.01.2020 | von: Basti | in: Privates

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Alles begann am 26. April 2006.

Ich war erst 25 und ein Student mit zu viel Zeit.

Es gab kein Instagram, kein SnapChat und kein WhatsApp. Das erste iPhone war noch ein Jahr entfernt. Von Twitter und Facebook war noch nicht wirklich etwas zu sehen und das „Web 2.0“ war für die meisten ein Fremdwort.

In 2006 gab es keine Statusmeldungen oder Timelines, keine Smartphone-Apps, kein Android-Betriebssystem und erst recht kein LTE. Wer sich im Internet schnell und einfach selbst veröffentlichten wollte nutzt noch andere Werkzeuge: Blogs und einen klassischen PC.

Die Wissenschaft steckte ebenso noch in den Kinderschuhen, aber eines war bereits sehr offensichtlich: Wer in dieser sich rasanten wandelnden Welt des Webs Aufmerksamkeit erreichen wollte ohne im Sturm der Nachrichten unterzugehen, musste schon damals vor allem eines tun: Regelmäßig und immer wieder Content produzieren.

Publiziertes hatte auch damals schon eine geringe Halbwertzeit. Die Marschrichtung war klar: Zukünftig zählt Quantität vor Qualität. Texte mussten veröffentlicht werden – und das so schnell wie möglich. Da bleibt keine Zeit für ein Lektorat oder gar eine Fakt-Checking-Recherche.

Vielleicht aus Neugierde, vielleicht auch aus purem Trotz habe ich am 26. April beschlossen, mal testweise im Kanon der Marktschreier mitzumischen. Ich nahm mir vor, jeden Tag einen Blogpost zu schreiben. Leser meines Blogs sollten einen Grund haben, ihn jeden Tag zu besuchen – eben weil es dort jeden Tag etwas Neues zu lesen gab. Erneut: Eine Facebook-Timeline war dem geneigten Internet-User zu dem Zeitpunkt faktisch ja unbekannt.

Das ganze sollte maximal 10 Jahre dauern.

Dieses Jubiläum habe ich dann aus purer Gewohnheit irgendwie glatt verschlafen. Und so wurden aus 10 Jahre statt dessen mehrere tausend Tage.

Mit heute sind es 4999 Tage mit einem Post. Jeden Tag.

Zugegeben: Manchmal wurden Posts auch vorgeschrieben, manchmal musste ich sie frech zurückdatieren, und manchmal wollte das System nicht so, wie ich wollte – aber am Ende hatte jeder Tag mindestens einen Post.

Hat es was gebracht?

Natürlich nicht wirklich.

Zumindest der Gesellschaft dürfte es kaum etwas gebracht haben. Das Ganze war eher eine Übung für mich. Ich habe dabei Disziplin gelernt. Und Schreiben. Und Planung, denn nicht jeder Tag verläuft planmäßig. Schon mal versucht aus der Steppe ohne Mobilfunk einen Blogpost zu schreiben? Eben.

Und, nunja, 4999 Einträge.

Bleibt die Frage: Was mache ich damit?

Die Antwort darauf, erfahrt ihr morgen, zum 5000. Posts.