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Goodbye GEMA – welcome flattr!

Eintrag vom: 07.06.2010 | von: Basti | in: Internet & Co

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Regelmäßige Besucher meines Blogs haben es vielleicht bereits bemerkt: Ich flattre jetzt. Der Button dazu befindet sich linksbündig unter jedem Post. Jeder, der mich also ab sofort „schmeicheln“ will, muss dazu nur auf den Flattr-Button drücken.

Was ist die Idee dahinter?

Nun, in den klassischen Medien gibt es ja sowas wie Verwertungsgesellschaften: GEMA oder VG Wort sind hier klassische Beispiele. Da Privatkopien von Büchern oder DVDs in bestimmten Rahmen (im Gegensatz zur langläufigen Meinung) durchaus erlaubt sind, sorgen diese Gesellschaften dafür, dass der Künstler auch etwas von den damit verlorenem Geld sieht. Wenn beispielsweise jemand DVD-Rohlinge oder einen Kopierer kauft, oder falls an einem öffentlichen Ort Musik eines Künstlers gespielt wird, dann zahlt derjenige eine Gebühr an eine entsprechende Gesellschaft. Ihr untertstützt also bereits mit dem Kauf von DVD-Brennern oder -Rohlingen die VG Wort und die GEMA.

Diese wiederum nehmen das Geld und verteilen es auf alle Künstler, die dort angemeldet sind. Beispiel: Für meine Masterarbeit hat die VG Wort mir 250 € bezahlt. Grund genug für mich, sie kostenlos ins Netz zu stellen (genaugenommen habe ich damit gerade mal die Druckkosten aller Freiexemplare abdecken können, die ich verschenkt habe, aber das ist, finde ich, aus wissenschaftlicher Sicht auch vollkommen okay so). Die Verwertungsgesellschaften sind also eine wichtige Institution von Künstlern bei der Wahrung ihrer Rechte. Nur: Im Internet gibt es leider kaum vergleichbare Einrichtungen, von einigen Versuchen der VG Wort einmal abgesehen.

Hier kommt flattr ins Spiel: Flattr möchte so etwas werden wie die neue Internet-Verwertungsgesellschaft. So funktioniert’s: Unter Blogeinträgen, bei Musikstücken oder Videos, die ihr im Netz kostenlos lesen und nutzen könnt, findet ihr ab sofort verstärkt diese „Flattr“-Buttons. Gefällt Euch ein Eintrag, dann müsst Ihr nur kurz auf das Wort „Flattr“ drücken. Das weißt flattr an, für diesen Beitrag Geld aus dem Topf auszuschütten. Jeder, der mitmacht, muss dabei mindestens 2,00 € auch selbst in den Topf legen. Verteilt wird das Geld dann am Ende des Monats: Beliebte und häufig genutzt Einträge erhalten dann entsprechend mehr,  weniger gelesene Blogs (so wie meiner Einer), entsprechend weniger bis ziemlich sicher erst Mal gar nichts. Aber darauf kommt es auch nicht an. Viel wichtiger ist, dass flattr langsam das Zeug dazu hat, die klassischen Verwertungsgesellschaften mit ihren riesigen Overhead-Kosten mindestens im Internet abzulösen. Die Verteiltung ist transparent und jeder kann selbst bestimmen, welcher Publizist denn nun profitieren soll.

Für mich überhaupt kein Zweifel, dass ich bei diesem herausragenden Weltweit-Wichtel-Prinzip für’s Internet mitmache.  Dabei geht es erst Mal gar nicht darum, Geld zu verdienen. Das reicht selbst bei den bekanntesten Blogs im besten Fall für die Reduzierung der eigenen Hosting-Kosten. Viel schöner finde ich, dass man mit flattr endlich den vielen, kostenlos arbeitenden Leuten im Internet die Anerkennung zeigen kann, die Ihnen gebührt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie dadurch nun an einem Blog- oder Musikbeitrag 1ct oder gleich nen Euro verdienen. Oder wie es ein bekannter Kaberttist einmal völlig treffend formuliert hat: 1 Pfennig  zu verlieren tut überhaupt nicht weh. Wer aber diesen Glückspfennig findet, freut sich wie ein Honigkuchenpferd. Das ist viel mehr wert als dieser eine Pfennig.

Und genau das ist, was flattr erreichen möchte:

(Klicken für Video)

Also: Lasst uns flattrn! Und vielen Dank ttfan81 für den Einladungscode. (Wer selbst einen von mir möchte, einfach in die Kommentare schreiben!)