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Sucker Punch

Eintrag vom: 06.04.2011 | von: Basti | in: Film, Kultur, Natur

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Ein junges, aufsässiges Mädchen wird in eine Irrenanstalt eingeliefert. Um am Leben zu bleiben entflieht sie in eine Welt, in der sie tanzend gegen ihre Peiniger antritt. Story told. Eigentlich hätte Sucker Punche ein richtig guter Film werden können.

Die dramaturgische Grundstruktur ist zugegeben stakkatoartig und lässt keinen Freiraum für richtiges Storydevelopment: Hauptdarstellerin Baby Doll springt mit ihren Mithäftlingen von Traumwelt zu Traumwelt und bekämpft dort fantastische Wesen mit brachialer Gewalt. Dass das im Videospiel-Zeitalter auch funktionieren kann, hatte vor einiger Zeit Scott Pilgrim bereits beweisen. Auch Pilgrim leidet unter fehlendem Plotaufbau im Storydevelopment und springt letztendlich ohne klassische Konfliktdramaturgie von Level zu Level anstatt von Höhepunkt zu Höhepunkt. Edgar Wright erkannte das Problem und hatte damals die Schwachstellen durch erhöhtes Tempo, eine gewaltiges Bildcompositing und eine dauerhafte Hommage an die Gamesszene bis hin zum Universal-Schriftzug kompensiert. Vor allen Dingen aber hatte Scott Pilgrim spannende und skurile Charaktere, mit denen man mitfühlen konnte und die einen über mögliche Längen hinweghalfen.

Sucker Punch versucht das Gleiche in grün. In Scott Pilgrim kämpft sich der Darsteller durch Exfreunde, in Sucker Punch durch die eigenen Missbrauchstäter. Die Grundzutaten wären also da und tatsächlich kann Sucker Punch zeitweise auch unterhalten. Leider scheitert Zack Snyders Werk aber dann genau an den Elementen, die notwendig sind, um so einen Level-Up-Film auf Dauer zu tragen: Die Levels sind eintönig und wenig kreativ und wiederholen sich zudem andauernd, jedes Computerspiel würde bei diesen Ideen durchfallen. Die Musikauswahl, sonst zentrales Element bei 2-Stunden-Gameplay-Videos wie es ein Tron oder Pilgrim sind, entspringt der Hölle irgendeiner Jugendradio-Möchtegern-Redaktion und erstreckt sich von Björk bis billigen Queen-Covers. Aber vor Allem die schauspielerischen Leistungen sind unterirdisch. Zwar geben die weiblichen Darstellerinnen ihr Bestes, von der hier so dringend benötigten weiblichen Coolness ist aber kein bischen zu sehen. Zu keiner Sekunde nimmt man den Barbiepuppen die schweren Wummen ab. Ein Fakt, der aber schon beim Trailer mehr als auffällig war. Das wahre Gesicht zeigt sich, wenn Browning, Cornish & Co in der Umkleide einen Zickenkrieg unterster Soap-Güte lostreten, wo man sich ernsthaft fragt, ob man nun einen (durchaus auch sinnentleerten) Actionfilm ansieht oder irgendeine Girlie-Schmonzette. Hier wünscht man sich nicht nur die Darstellerinnen schnellstmöglich zurück ins Vorabendprogramm, sondern den unfähigen Dialogautor gleich mit, der den nötigen Comic-Oneliner-Geist, wo ein Frank Miller über Tage an den passenden Wortlaut feilt, in keinster Weise einfängt. Dass Zack Snyder selbst tolle Bilder macht, aber nicht Regie führen kann, hatte er schon im Dawn of the Dead Remake bewiesen. Bleib bei deinen Leisten, Snyder und verfilme gute Comics. Dann funktioniert das auch. Dann hast du neben dem passenden Storyboard (mit Dramaturgie!) auch gleich den richtigen Text.

Zieht man all die Schwachstellen ab, bliebe bei Sucker Punch mit der fehlenden Dramaturgie, den schlechten Darstellern und Charakteren aber immer noch ein feines B-Movie mit viel zu viel Budget übrig. Mit der passenden Erwartungshaltung kann man den Film eigentlich dann durchaus genießen. Genau hier scheitert Punch leider immer noch am eigenen Anspruch. Zu rund, zu glatt und zu wenig wagemutig sind die Plotelemente, um zumindest mit Grindhouse-Grenzüberschreitungen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Keine nackte Haut, keine Blutfontänen, keine Vergewaltigungen – nichts, was dem Film dem Anschein roher Guerilla-Filmkunst -oder zumindest einer Hommage daran- gegeben hätte. Tatsächlich wären nackt tänzelnd-ballernde Barbiepuppen mit der ein oder anderen Pornoeinlage der richtige Ausweg aus dem Schlamassel gewesen – eine östrogentriefende Groteske, die durch die Überspitzung sich selbst nicht mehr ernst nimmt und mit Gender-Klischees über die Längen hilft. Sozusagen der weibliche Counterpart zu Snyders 300, wo das mit dauerhafter Zurschaustellung von Sixpacks und testosteronbeladenen, unsinnigen Männersprüchen gut funktioniert hatte.

So bleibt ein Film dem richtigen Ansätzen, aber einer schlampingen und wenig kreativen Ausführung, die entweder in der Dramaturgie oder in der Exploitation Nachhilfe gebraucht hätte, um richtig zu überzeugen. Ob die angekündigte, ungeschnittene Fassung mit 18 Minuten mehr Inhalt das vollständig aufholt, bleibt aber zu bezweifeln.

Basti sagt: Guter Einstieg, der durch Banalität leider zunehmend abflaut und nur am Ende wieder etwas überzeugen kann. Die Credits (die Teile der ungeschnittenen Fassung vorweg nehmen) sind das Beste. Letztendlich wurde ich nicht enttäuscht, weil der Film genau das bietet, was der Trailer verspricht – der hat die angesprochenen Probleme ja schon ziemlich deutlich vorweg geworfen. Und ich will nie wieder Queen-Covers zu einer schlechten Gameplay-Szene hören. Der penetrante und völlig unpassende Einsatz von Björk-Musik kostet leider zusätzlich einen halben Scorsese. Bleibt ein Halber übrig.

[Trailer]

Scherben, Schmollerei und Splatter

Eintrag vom: 05.04.2011 | von: Basti | in: Privates

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Falls mich heute noch jemand fragt, warum ich momentan echt mies aufgelegt bin: Hier ist noch ein Grund.

Ich sitze um Fünf Uhr morgens vor dem Rechner, will eigentlich unbedingt ins Bett, und schreibe doch vor lauter Frust einen Blogeintrag, während mir das Blut immer noch aus dem Handgelenk tropft.

Das Alles wäre ja noch nicht ganz so schlimm, schließlich “hoids a Guader aus”, wie man in Bayern sagt. Aber es ärgert mich schon um den 30-Euro-Großformatrahmen, der mir beim Aufhängen völlig entgeistert und grundlos in Scherben zerspringt, nur um dann natürlich mit einer dieser in schöner Parabelform in meinem Handgelenk bei ungefähr Zentimeter 5 Tiefe hängen zu bleiben. Ein anderes, Gott sei Dank kleineres Stück, hat sich mit Spitze voran nur in die Seite des Arms gebohrt. Ich hab die Blutfontäne dann mit einem Druckverband aus Küchenrolle und Paketklebeband irgendwie aufgehalten, aber dabei natürlich Wand, eingerahmtes Bild und meinen kompletten Teppich versaut.

Ziemlich wutentbrannt habe ich jetzt 2 1/2 Stunden geputzt,  2m² gebrochenes Glas zusammengeklaubt (natürlich mit neuen Schnitten), entsorgt, gestaubsaugt… Und jetzt tropft mir schon wieder die ganze Tastatur voll. Ernsthaft: Braucht jetzt wirklich noch irgendjemand einen Grund?

Salto

Eintrag vom: 04.04.2011 | von: Basti | in: Notiz

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Manchmal muss man einfach mal alles um sich drehen lassen. Oder auch einfach nur ne Runde gemütlich chillen und grillen.

Attwenger

Eintrag vom: 03.04.2011 | von: Basti | in: Medien

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Gerade eben das neue Album Flux von Attwenger auf FM4 gehört.

Spitze wie immer! Sogar noch ein wenig poppiger als sonst. Das Ding wird ein Pflichtkauf. Wer Attwenger nicht kennt, der kann sich hier und hier ein auditives Bild machen.

Tschunk? Chunk? Junk!

Eintrag vom: 02.04.2011 | von: Basti | in: Notiz

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Die Niederlassung in München ist vielleicht nicht die beste Bar. ABER: Sie haben Club Mate (Beweisfoto folgt von Jojo)! UND: Sie sind in der Lage, einen Chunk (oder Tschunk) zu mixen. Endlich!! Meinen allerersten Chunk habe ich soeben mit Jojo angetestet. Es war wie erwartet absolut ekeleregend.

Wer sich jetzt fragt: What the hell is chunk? What the hell is Club Mate? Dem empfehle ich die Lektüre dieses Artikels oder den Hörgenuß dieses Podcasts.

Munich Gaming

Eintrag vom: 01.04.2011 | von: Basti | in: Games

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P1030507.jpgMan kann über die Konferenz munich gaming verschiedene Ansichten haben – das sei in diesem Post mal dahin gestellt.

Wohl aber möchte ich Euch ein paar visuelle Eindrücke des gestrigen Tages abliefern.

Zum Vergrößern der Fotos einfach darauf klicken. :-)

P1030481.jpgP1030483.jpg
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Das zweifelsohne beste Panel war das Indie-Games-Meetup mit Daniel Pharos und Konsorten (danke auch nochmal für das Ticket, Daniel! Der Vortrag was worth the trip! ;-)). Spannende Fakten über all das, mit dem Indie-Developer wie wir tagtäglich zu kämpfen haben. :-)

Was passiert jetzt wirklich in Fukushima?

Eintrag vom: 31.03.2011 | von: Basti | in: Artikel, Gesellschaft

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Ich äußere mich ja relativ ungern zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, weil darüber in aller Regel einfach schon genug auf so ziemlich allen anderen Seiten diskutiert wird. Allerdings muss ich sagen, dass mich die Informationspolitik aller Medien bezüglich Fukushima schon ein wenig genervt hat.

Ich mein, ich bin es ja gewohnt, dass diese unsägliche “Es-Muss-Kurz-Sein-Und-Es-Muss-Jeder-Verstehen”-Einstellung sachliche, tiefergehende Ausseinandersetzungen im Fernsehen schon seit jeher verhindert. Aber sich über die (zweifelsohne unzumutbare) Informationspolitik von Betreiber TEPCO aufzuregen oder mich vor “hochgefährlichem Plutonium” zu warnen – und dann nicht mal selbst in der Lage sein, mir zu erklären, was genau denn da nun eigentlich passiert, ist eigentlich ein Armutszeugnis. In der Konsequenz informiere ich mich über das Ganze eigentlich nur noch aus Physik- und Atomenergie-Blogs. Zugegeben: Ich bin der größte Chemie-Depp auf Erden, hatte im Abiturzeugnis da ne Bomben Fünf, aber selbst ich kann mit den Erklärungen, die ich da finde, mehr anfangen als mit Allem, was da in den Nachrichten durchtickert. Also kann es doch nicht so schwer sein, hier mal ein wenig zu recherchieren und dem Zuschauer die Zusammenhänge zu erklären, oder?

Ich mein, irgendwann muss sich doch selbst der dümmste Zuschauer verarscht vorkommen, wenn die Medien am einen Tag eine “Stabilisierung” vermelden und am nächsten Tag ne vermutete Kernschmelze bestätigt wird. Ich kann das jedenfalls nicht mehr ernst nehmen. Mein absolutes (womöglich kaum die gesamte Tragweite und/oder Fakten abdeckendes) Laienverständnis davon ist derzeit jedenfalls Folgendes:

Ein Erdbeben in Japan führt zur Notabschaltung der Kernreaktoren in Fukushima Daiichi. Der darauf folgende Tsunami verwüstet die Wasserpumpen. Das ist blöd, weil die zur Kühlung der Brennstäbe benötigt werden. Die enorme Hitze der Brennstäbe lässt das Kühlwasser verdampfen. Es entstehen radioaktive Spaltprodukte und Wasserstoff, die erst Mal im Reaktorgebäude verharren. Wenn das Wasser komplett verdampft, droht eine Schmelze der Kerne, weil die zu heiß werden, und damit ein GAU mit Freisetzung hoher Radioaktivität. Das gilt es zu verhindern.

In Tschernobyl hat man damals Nägel mit Köpfen gemacht und den kompletten Reaktor von allen Seiten in einem Mördertempo einbetoniert. Die geschmolzenen Brennstäbe und die freigewordene Radioaktivität wird dadurch abgefangen. Nachteil: Der Reaktor ist noch für Jahrzehnte verstrahlt und der Sarkophag muss dicht halten. In Tschernobyl wurde der Beton nach einigen Jahren brüchig und musste erneuert werden.

In Fukushima entschied man sich für etwas anderes: Man versuchte, die Wasserkühlung wieder in Gang zu setzen. Vorteil: Wenn man die Brennstäbe zum Abkühlen bringt, wird keine oder nur sehr geringe Radioaktivität freigesetzt und man legt den Reaktor dann einfach still, das Brennelement wird in einem Castorbehälter davongekarrt und gut ist. Nachteil: Wenn es nicht klappt und das Ding trotzdem schmilzt, dann fehlt einem eben genau jeder Beton-Sarkophag, der die radioaktive Pampe festhält. Außerdem muss der Reaktor über einen riesigen Zeitraum gekühlt werden. Das heißt konkret: Der Reaktor bleibt über Monate ein Gefährdung. Es darf kein Fehler unterlaufen.

Die etwas lächerlichen Besprühversuche aus der Luft übersehen wir mal geflissentlich. Je nach Zustand des Reaktors können da 2 bis 4 Liter Wasser pro Sekunde verdampfen. Das ist mit Besprühung kaum  aufzuholen. Natürlich kann man aber in die Reaktoren Meerwasser hineinpumpen. Problem: Das Gas und die radioaktiven Spaltprodukte im Reaktor haben bereits einen hohen Druck aufgebaut. Wenn unten Wasser rein soll, muss der Druck abgelassen werden. Genau das hat TEPCO nun gemacht.

Hier ist der erste umstrittene Punkt: Ist es zulässig, dass eine Firma wissentlich radioaktiv verseuchte Luft aus dem Reaktor ablässt? TEPCO hat sich vermutlich dafür entschieden, weil der Wind die radioaktive Pampe zu dem Zeitpunkt Gott sei Dank aufs Meer trieb. Die erhöhten radioaktiven Werte unmittelbar nach der Explosion lassen sich wohl auf diese (vorsätzliche?) radioaktive Verseuchung durch Spaltpartikel in der Luft zurückführen. Zusätzlich reagiert natürlich auch der Wasserstoff – es gibt eine Wasserstoffexplosion: Die Explosionen, die wir dann alle im Fernsehen gesehen haben.

Wenn ich den Rest dann bei den verschiedenen Atomphysik-Blogs richtig verstanden habe, dann ist der nächste kritische Punkt, dass die Reaktoren mit dieser gewagten Aktion de facto freiliegen. Physiker Kai Petzke schreibt z.B. auf gau-japan.de: “Wozu ein Containment wenn man nach dem Verlust der Kühlung alle Schleusen öffnet und den radioaktiven Dampf direkt rausbläst? Da hätte man auf die hohen Kosten für zusätzliche Metall-Hülle und Containment rund um den Reaktor auch gleich verzichten können. Die Reaktoren in Fukushima sind faktisch offen. Nur die Brennelementhülsen trennen ihren hochradioaktiven Inhalt noch von der Umwelt.”

Ich weiß, nachher ist man immer schlauer, aber so ganz kann ich die Entscheidung auch nicht verstehen. Irgendwie wirkt es so, als wollten die TEPCO-Leute um jeden Preis eine Kernschmelze und einen Sarkophag wie in Tschernobyl verhindern, der die Bevölkerung dauerhaft an den Unfall erinnert hätte. Man hat wohl alles darauf gesetzt, die Reaktoren mit Wasser schon irgendwie gekühlt zu bekommen. Tatsächlich gab es aber wohl eine ganze Reihe unschöner Kettenreaktionen, die die Lage zunnehmend verschlimmerten. Nur ein Auszug:

So hat man einige Zeit später hochradioaktives Wasser um die Reaktoren entdeckt. Das war die eine Phase, wo einige Mitarbeiter mit Verbrennungen an den Füßen in die Klinik eingewiesen wurden. Abgesehen davon, dass ich etwas geschockt bin, wie man (scheinbar Leih-)Mitarbeiter ohne ausreichende Schutzkleidung durch meterhohes Wasser waten lassen kann, bedeutet die nachträgliche Kühlung des Reaktors mit Wasser auch, dass das Wasser auf keinen Fall mit partiell geschmolzenen Brennstäben in Berührung kommen darf. Nun ist es aber in Reaktor 3 zumindest zu einer partiellen Kernschmelze gekommen. Bei der Reaktion des Wassers mit den (teilweise) zerstörten Brennstäben wird das Nukloid Cer-144 freigesetzt – ein Problem, dass ohne die Wasserlösung in Fukushima, z.B. in Three Miles Island, nicht auftritt, da dort die Nukloide als Jod und Cäsium in Dampf aufgehen. Die hohe Konzentration von Cer-144 im Wasser belegt, dass die Brennstoffhülsen also nicht mehr intakt sind, die Kernschmelze eingesetzt hat.

Problematisch ist beim Cer-144 die lange Halbwertszeit von über 9 Monaten, so dass die Temperaturen in den nächsten Monaten weiterhin nicht abnehmen werden. Genau das ist das oben besprochene Problem: Hier muss über Monate ohne Unterbrechung gekühlt werden. Ebenfalls problematisch: Das hochradioaktive Wasser darf nicht in den Boden sickern, sonst hat man ein richtiges Problem. Radioaktivität in Dampf hingegen verteilt und zerstreut der Wind einigermaßen in der Luft und kommt erst durch Regen wieder zurück.

Besonders problematisch wurde die Wasserkühlung in Block Nummer 4. Dort wurden scheinbar Brennelemente (sprich: Atommüll) im Abklingbecken gelagert. Das Abklingbecken wird genutzt, um die Brennelemente auf eine Temperatur zu bringen, damit man sie in einem Castorbehälter schließlich in ein Endlager bringen kann. Der Reaktor selbst war dort aus. Vielleicht war das der Grund, warum sich niemand so richtig mit diesem Gebäude beschäftigt hatte. In den Medien ging es mir jedenfalls glimpflich ab.

Problematischerweise wurden besagte Brennelemente erst vor einiger Zeit in das Abklingbecken gelegt, waren also immer noch sehr heiß. TEPCO hat sich zunächst gegen eine Kühlung am Abklingbecken entschieden – von ein paar Besprühaktionen aus der Luft abgesehen. Sie haben Gebäude 4 jedenfalls möglichst aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit gehalten und sich um die Reaktoren gekümmert. Trotz mehrfacher internationaler Nachfragen, wieviel Wasser denn das Abklingbecken umfasse und ob die Menge für die Kühlung der Brennelemente genüge, scheint TEPCO auch darauf nicht wirklich reagiert zu haben. Strahlenforscher waren also gezwungen, zu schätzen und zu rechnen, wie lange das Wasser im Abklingbecken wohl noch ausreichen würde, bevor es komplett verdunstet ist.

Einige Berechnungen fielen dabei schockierenderweise genau mit dem Tag zusammen, als das bislang unbeachtete Gebäude 4 dann explodierte. Es spricht daher alles dafür, dass dort eine Kernschmelze regelrecht provoziert wurde. Es bleibt also die Frage, wieviel Sinn die Wasserlösung macht, wenn man 3 Reaktoren kühlt und den 4. langsam heiß laufen lässt. TEPCO gab hierzu lediglich an, dass die Strahlenwerte um Gebäude 4 zu hoch seien. Ein trauriges Indiz, dass nur erneut dafür spricht, dass die Brennstäbe dort zum Zeitpunkt der Explosion einfach frei lagen.

Irgendwie schockiert mich am meisten, dass ich von diesem Aspekt in den Medien kaum etwas mitbekommen habe.Während für zahlreiche Atomphysiker per Ferndiagnose wohl schon längst klar war, dass dort jetzt eine nukleare Kettenreaktion passiere, hieß es im Fernsehen immer noch, man kämpfe gegen die drohende Kernschmelze. Ja, gegen die kämpfte man – aber eben nicht im Gebäude 4, wo immer noch Atommüll lagerte. Für mich fängt spätestens hier Desinformations-Politik an. Sehr unheimlich ist, dass die enormen Wärme bei Block 4 zwischen zeitweise 100 bis 1000°C mittlerweile auf “erträgliche” 40° abgeflaut ist. Einige Physiker nehmen dies als Anzeichen dafür, dass die brach liegenden Kernelemente nun geschmolzen sind und irgendwo auf dem Gelände rumfließen oder sich möglicherweise durch das Gebäude unbemerkt in den Boden fressen.

Wie gesagt: Nachher ist man immer schlauer, aber mir scheint, dass die Stimmen, die alle für eine Sarkophag-Lösung nach Tschernobyl-Vorbild gestimmt haben, nicht ganz unrecht mit ihren Argumenten hatten. Konsequenz: Radioaktivität in der Luft, Radioaktivität im Wasser, keine ausreichende Kühlung bei allen Reaktoren und eine katastrophale Informationslage – und Monate die noch gearbeitet werden muss, um das Schicksal abzuwenden – mit enormen Risiken, es nicht zu schaffen. Klar, Fukushima ist kein Tschernobyl, aber auch kein Three Miles mehr.

Zusammenfassend hab ich selbst bei den sehr sachlichen Abhandlungen wenig Beruhigendes finden können. Dass TEPCO ihre “Erfolgsmeldungen” der ersten Wochen da nicht selbst langsam peinlich werden, beschämt schon ein wenig. Solche PR-SuperGaus wie fehlerhafte Mess-Ablesung spricht da ebenfalls Bände. Trotzdem: TEPCO scheint es um jeden Preis selber machen zu wollen. Ernsthaft, ich respektiere die “Ich hab’s versaut, ich räum’s auch wieder auf”-Mentalität – aber mittlerweile lese ich das was passiert ja teilweise schon VOR dem Eintreten auf irgendwelchen Blogs. Es kann nicht angehen, dass bei einer dermaßen großen Katastrophe ein einzelner Betreiber, der die Lage in keinster Weise im Griff hat und scheinbar Fehler macht, die zahlreiche Experten vorweg besser abschätzen können, weiterhin versucht, die Sachen selbst zu lösen und dabei die Katastrophe nur immer noch mehr verschlimmert.

Vielleicht geh ich da zu hart ins Gericht, und ich bin mit Sicherheit kein Freund von übertriebener Panikmache – aber in so einer Situation geht verlässliche Information zum Treffen der richtigen Entscheidungen einfach über Alles. Und genau die kriegen wir nicht. Weder von den Regierungen und schon gar nicht vom Betreiber. Klar, meine Aufgabe ist es nicht, schließlich bin ich kein Atomexperte. Aber diejenigen, die sich dort auskennen, müssen endlich auch angehört werden. Ich kann daher Kai Petzke nur zustimmen, wenn er schreibt: “Dass TEPCO schon an einer Strahlenmessung scheitert, verheißt nichts gutes. Es bleibt zu hoffen, dass TEPCO endlich mehr in- und ausländisches Expertenwissen hinzuzieht, und alle, wirklich alle, verfügbaren Informationen klar auf den Tisch legt.”

Foto: wikipedia

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Ich lese meine Artikel nicht mehr Korrektur. Auch nicht die langen. ;-))

Heute: daWindci beim Deutschen Computerspielpreis

Eintrag vom: 30.03.2011 | von: Basti | in: Games

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Das Spiel daWindci von Mimimi Productions in Koproduktion mit Reality Twist ist für den Deutschen Computerspielpreis nominiert, der heute im Haus der Kunst in München verliehen wird. Bitte drückt die Daumen, dass wir gewinnen! :-)

Jazz-Jam

Eintrag vom: 29.03.2011 | von: Basti | in: Notiz

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Heute in einer Bar gewesen, wo wirklich chillig Jazz gejammt wurde – und das auch mal ohne Eintritt. Scheint jeden Dienstag so zu sein. Bin ich bestimmt mal wieder. Natürlich hab ich’s geschafft, genau diesmal keine Festhaltmöglichkeit dabei zu haben. Ich habs dann mit einem 19,99 Euro (!) Handy probiert und das war zugegeben ziemlich ernüchternd – sowohl bildlich als auch, oder gerade, in auditiver Form. 😉 Wird Zeit, dass mein Handy bald wieder funktioniert.

Nichts als heiße Luft!

Eintrag vom: 28.03.2011 | von: Basti | in: Games

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Ich empfinde es als eine riesen Sauerei, als einen absoluten Skandal, dass ein Computerspielhersteller, der seinen Lebensunterhalt mit hakenkreuzverherrlichendenthematisierenden Weltkriegs-Ego-Adventure-Shootern und vor sich hin splatternden, narzistischen Weltraumhelden verdient, ein junges Studententeam ausbeutet, indem es sie zwingt, komplett München mit überteuerter, überdimensionierter Werbung zu tapezieren, damit sich ihr neues Spiel besser verkauft, an dem der Hersteller auch noch per Royalty mitverdient!

(Klicken zum Vergrößern)

Vielleicht wäre das ja Alles noch nicht so problematisch, wenn die Programmierer nicht gleichzeitig auch noch die tägliche Dosis Hühnerseperatorfleisch für den Producer im türkischen Babylon-Markt ergaunern müssten und das [Wissende-Fügen-Den-Namen-Hier-Ein]-Geschäft nicht jede Woche mit Schutzgelderpressung auflauern würde.

Kein Wunder, dass die armen Jungspunde immer wieder probieren, im Müllman-Outfit aus der Stadt zu fliehen – so wie sie es vor Jahren im Spiel “Little Big Adventure” mal völlig unrealistisch beigebracht bekommen haben.