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Pornocracy auf dem #DOKfest

Eintrag vom: 10.05.2017 | von: Basti | in: Artikel, Film, Kultur, Natur

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Gestern habe ich mir Pornocracy von Ex-Pornodarstellerin Ovidie auf dem DOK.fest angeschaut. Im Film geht es darum die Machenschaften hinter der Firma Manwin, jetzt Mindgeek, aufzudecken. Das ist die Gesellschaft, die heute nahezu jedes größere Porno-Studio und nahezu alle Internet-Porno-Seiten betreibt und sich damit eine fragwürdige Monopolstellung erarbeitet hat.

Also, ich dachte, darum würde es gehen.

Denn Ovidie schafft es eher, einen absoluten Nicht-Recherche-Film zu produzieren. Wo es tausende von spannenden Geschichten zu erzählen gäbe, beschränkt sich ihr Film über lange Strecken auf das Zeigen des harten Lebens von Pornodarstellern (zweifelsohne ein wichtiges und relevantes Thema, das aber kaum in direktem Zusammenhang mit der Internet-Porno-Industrie oder gar Mindgeek gebracht wird). Letztlich ist die Dokumentation ein Klagelied einer dauernd betröpelt vor sich dreinguckenden Gastgeberin, die ihre eigene Branche scheinbar nicht mehr versteht. Genau der gleiche Film hätte vor 15 Jahren aber auch mit der Musikindustrie und Napster produziert werden können. Oder mit dem Fernsehen und Youtube. Oder Taxifahrern und Uber.

Das soll die Disruption und das menschliche Leid, die das Internet in allen Branchen mit sich bringt (und natürlich auch in der Pornobranche) nicht verharmlosen, aber man fragt sich schon, was der Film nun eigentlich will. Etwas aufdecken jedenfalls nicht. Oder alle Teilnehmer des Films sind nicht in der Lage, zumindest mal Google zu benutzen, um die relevantesten Infos zusammen zu fischen. Ovidie ist sogar so schlecht in ihren Recherchen, dass sie in die Welt-Redaktion fahren muss, um dort einen 5 Jahre alten Bericht über Ex-Chef Fabian Thylmann direkt von der Zeitung abzufilmen(!), weil sie es nicht schafft, selbst mal bei Mindgeek oder zumindest mal in Thylmanns Club vorbei zu schauen.

Zwar ist sie mal in Montréal und filmt das Gebäude von außen mit dem Teleobjektiv, aber mal mit den Arbeitnehmern dort zu sprechen (immerhin ist das Internet voll mit Berichten über Mindgeek als Arbeitgeber von immerhin 1000 Mitarbeitern – das ist ja immer noch nicht die NSA), auf die Idee kommt sie nicht. Andere Filmemachern hätten sich längst auf eines der vielen Jobangebote beworben, die es im Internet der Firma gibt, um sich als Maulwurf mal einzunisten und endlich Informationen über das Firmenimperium zu erhalten.

Was wir statt dessen sehen sind Youtube-Videos von Fabian Thylmann, die alle, die sich mit Manwin beschäftigt haben, eh längst kennen. Dafür brauch ich nun wirklich kein Kinoticket bezahlen. Mensch, nicht mal die Namen der derzeitigen Firmeninhaber (die auf Wikipedia stehen) bringt die Doku in Erfahrung. Mit den ermittelnden Staatsanwaltschaften wird auch nicht gesprochen. Statt dessen mit irgendwelchen Leuten, die behaupten, von (vielleicht) Mindgeek mit dem Leben bedroht zu werden, dafür aber keine Beweise haben. Oder mit dem Chef von LiveJasmin.com (belanglos). Das ist echt traurig, denn dubios ist Mindgeek und deren Geldströme allemal.

Dann aber zu glauben, es sei merkwürdig, in Luxemburg oder Irland Firmensitze zu haben, um günstigere Steuern zu zahlen, der hat scheinbar noch nicht was von Amazon, Google oder Apple gehört. Die Doku schießt leider in der Hinsicht absolut am Ziel vorbei und versteht nicht, um was es am Ende eigentlich geht – nämlich um die Besonderheiten und Merkwürdigkeiten eines monopolistischen Porno-Imperiums, dass deswegen unbesehen existiert, weil unsere Gesellschaft die Pornographie soweit an den Rand der Legalität gedrängt hat und damit der ideale Schutzmantel für Geschäftsmänner ist, die im Dunkeln operieren (als ein US-Amerikaner sagt es sei ausgeschlossen, dass ein Hedgefonds in eine Internet-Pornoseite investiert, musste ich kurz prusten). Stattdessen präsentiert man uns international agierende Internetkonzerne als eine völlig neue Erkenntnis der Geldwäsche. Oder vielleicht doch der Mafia. Oder der Wall Street. Oder auch einfach nur als neue Methode der Aushebelung des Jugendschutzes.

Das aber immerhin in sehr schöne Bilder und Musik verpackt. Wenn halt jetzt nur der Inhalt auch stimmen würde…

Tut mir leid, Ovidie. Bitte mal aufwachen. Die komplette Medienbranche arrangiert sich seit Jahrzehnten mit dieser Änderung. Als Games-Macher leide auch ich jeden Tag unter dem Preisdruck eines AppStores oder Steams. Die Pornobranche war einfach nur ein wenig später dran als der Rest, weil sich lange niemand traute, ein Porno-Youtube zu etablieren. Dieses ewige Gejammere mit dem dauerhaft deprimiert dreinguckenden Rehblick ging mir da irgendwann echt auf den Sack. Quintessenz: Mehr Kommentar als Dokumentarfilm. Schade. Die Welt und der Spiegel hatten gezeigt, wieviel Potential im Thema steckt und wenn nicht mal die eigene Branche intern in der Lage ist, Licht ins Dunkel zu bringen, dann mache ich mir da wenig Hoffnung auf Aufklärung.