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Restaurant am Sonntag: Drei Mühlen (Frühstück)

Eintrag vom: 29.10.2017 | von: Basti | in: Artikel

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War heute mal wieder im Drei Mühlen, diesmal beim Weißwurstfrühstück. Dabei kosten 2 Weißwürst und 1 Breze unschlagbare 1,95 €. Und: Sie sind echt gut. Die Brezen frisch gebacken. Das Bier von Augustiner. Die Einrichtung bayrisch. Das Personal entspannt und nett. Was will man mehr? Das hat Pächter/Wirt Christian echt super gemacht und daher von mir eine ganz klare Empfehlung für den Laden im Drei-Mühlen-Viertel, sofern man mit Fleisch kein Problem hat. Das war ganz sicher nicht das letzte Frühstück dort…

(Klick)

 

Staat verübt Anschlag auf Berliner Breitscheidtplatz

Eintrag vom: 26.10.2017 | von: Basti | in: Artikel, Gesellschaft

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Mal zur Abwechslung wieder eine clickbait-heischende Überschrift, die man so natürlich nicht stehen lassen kann. Aber die Sache ist ja durchaus wichtig und glaubt man dem ARD-Magazin Kontraste wäre dieser Vorwurf nicht soweit hergeholt, wie es scheint.

Leser meines Blogs wissen ja, dass ich Staatsterrorismus im Westen für eine vollkommen “übliche” Form der politischen Strategie halte und den Vorwurf pflege, dass Verfassungsschutz und ein Teil der Geheimdienste genau für diesen Zweck genutzt werden. Man nennt dieses Vorgehen auch Strategie der Spannung: Man terrorisiert seine eigenen Bürger (oder lässt sie terrorisieren), weil die Angstzustände, die Destabilisierung der Staatslage und die Verunsicherung der Bürger für einige politische Akteuere sinnvoll sind.

Das letzte relevante Beispiel war vermutlich der Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr. Nach weitläufiger Meinung die Tat eines 24-jährigen Tunesiers names Amis Amri, im Auftrag des „Islamischen Staates“ (IS). Gleichzeitig die Rechtfertigung des Kriegs gegen den Terror – was heute so ziemlich alles bedeuten kann. Amri tötete mit seinem Anschlag 12 Menschen.

Aber ist Amis Amri der Schuldige, oder hat nicht vielleicht doch der deutsche Staat selbst die Tat auf dem Gewissen? Denn dann wäre es eben nicht islamischer Terrorismus sondern, zumindest in Teilen, auch deutscher Staatsterrorismus. Eine finale Antwort darauf habe ich bislang nicht, aber wenn eine Aufklärung bereits von Beginn an mit sogenannten “Ermittlungspannen” belegt ist, dann werd’ ich schon mal hellhörig.

Beispiel? Das LKA hätte Amri bereits Wochen zuvor aus dem Verkehr ziehen können, tat es aber nicht. Damit das nicht auffällt, hatte man diesbezügliche Akten gefälscht. Blöderweise fiel aber diese Fälschung des Kommissariat dann auch auf. Damals ging in der Presse eigentlich nur, dass man sich nur vor Ermittlungspannen schützen wollte. Persönlich finde ich die Erklärung “Das war halt eine Panne” immer wenig befriedigend. Hypothese: Genauso hätte es ja sein können, dass es sich um Staatsterrorismus gehandelt habe, man Amri also bewusst nicht einsperren wollte, damit er seine Tat verüben konnte.

So eine These stellt man in der Presse natürlich nicht gern auf – zu unfassbar erscheint der Vorwurf, zu wenig Beweise gibt es. Also blieb es damals beim Tenor: “Die LKA, die ist halt schlappig wie Sau!”  Und doch gibt es immer wieder Belege, die derartiges Vorgehen nachweisen. So weit hergeholt wäre die Hypothese also vielleicht gar nicht. Gleichzeitig schützt diese “Unfassbarkeit” scheinbar aber auch diese radikalen Gesetzesübertretungen vor ihrer Aufdeckung. Oder anders gesagt: Lieber schlampig wie Sau sein, als bei einer demokratischen Rechtsübertretung erwischt werden.

Soweit eine Vermutung.

Angeschoben wir diese Vermutung nun durch einen V-Mann des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalens namens VP01. Der ist von Steuergeldern bezahlt und soll Abu Walaa-Anhänger dazu aufgestachelt haben, Attentate in Deutschland zu begehen. Aufgeflogen ist er zunächst durch Ali Aydin, dem Verteidiger in einem Abu Walaa-Verfahren. Seine Mandanten belasten VP01 schwer und erklären, VP01 habe scheinbar alles dafür getan, damit sich die Anhänger endlich radikalisieren und “Ungläubige” töten.

Jetzt kann man sagen: “Ein Abu Walaa-Anwalt kann mir vieles erzählen.” Doch ihm springen weitere Anwälte zur Seite, die VP01 ebenfalls belasten. So z.B. Johannes Pausch. Der hatte bereits Daniel Schneider von den Sauerlandbombern verteidigt, die in Wahrheit vom CIA versorgt worden sein sollen und dabei erfolgreich von der Terrorliste streichen lassen. War VP01 also im Auftrag des Staates auf der Suche nach einem Terroristen?

Die Berliner Morgenpost und Kontraste haben recherchiert und einen Aktenvermerk des Chefs des NRW-Verfassungsschutzes gefunden. Dort machte ein Anhänger der Abu Walaa-Gruppe über VP01 nämlich die Angabe: “ … dass die mutmaßliche VP (Vertrauensperson) in einem Vier-Augen-Gespräch erklärt habe, nach einem zuverlässigen Mann für einen Anschlag mit einem LKW zu suchen.”

Das bedeutet also: Die von Steuergeldern finanzierte Vertrauensperson VP01 des LKAs sucht nach Männern, die einen Anschlag mit einem LKW durchführen. Die Person stachelt dabei eine ganze Reihe an Anhängern an, aber alle lehnen ab und verpfeifen ihrerseits VP01 über ihre Anwälte. Hat VP01 dann in Amis Amri seinen Strohmann gefunden, der es durchzog? Die Vermutung liegt nahe, denn Kontraste liegen auch noch Behördenakten vor, dass VP01 bereits im Frühjahr mit Amis Amri in Kontakt war. Wusste sein Auftraggeber, das LKA aus NRW davon, dass VP01 Amis Amri mit einem LKW in den Breitscheidplatz fahren und Menschen töten lassen wollte? Das sagt der Kontraste-Bericht aus:

VP01 habe, so Kontraste, in einem Verfahren bereits ausgesagt: “…dass wir (…) besprochen haben, Anschläge in Deutschland zu verüben, falls das mit der Ausreise nicht klappen sollte” und dass er sich “absprachegemäß immer als “anschlagsbereit” dargestellt” habe und von der Polizei “den Auftrag hatte, mich so zu positionieren, dass ich von Leuten, die möglicherweise Anschläge planen miteinbezogen werde, um an Informationen zu gelangen.”

Abgezogen wurde nach diesen Aussagen weder VP01 noch Amis Amri. Das LKA hätte also nicht nur vor Wochen einen Verhaftungsgrund für Amis Amri gehabt, es hätte auch noch genau gewusst, was er vor hatte. Statt dessen fand aber der Angriff ungehindert statt, 12 Menschen starben und problematische Behördenakten dazu wurden vom Kommissariat gefälscht.

Was folgte waren neben dem vielen Leid, Kriegsparolen, ein Erstarken von rechten Kräften, problematischer Gesetzesgebungen und letztlich womöglich radikal falsch interpretiertem Terrorismus. Der Schaden ist in jederlei Hinsicht enorm. Amis Amri kann nicht mehr befragt werden. Der wurde kurz danach von den italienischen Behörden erschossen. Aber interessiert es heute noch jemanden? Nein, natürlich nicht. Thema war es mal, ist es aber jetzt keines mehr. Die wenigen Artikel, die die neuen Erkenntnisse von Kontraste aufgreifen, werden meist von engstirnigen Lesern als lächerliches Hirngespinst wegkommentiert, die sich schwarzweiß-malerisch scheinbar lediglich einen bösen IS und einen gute Geheimdienste vorstellen können und zu einer differenzierten Meinung, in welchem Spannungsfeld sich das ganze Thema mittlerweile tatsächlich bewegt, nicht mehr fähig sind.

(Klicken für Kontraste-Beitrag)

Man muss nicht glauben, was Kontraste und Berliner Morgenpost behaupten. Man kann auch weiterhin glauben, dass alle Terrorprobleme nur von eingereisten Migranten herstammen und niemals von westlichen Regierungen. Reine Hypothesen sind bis zur endgültigen Beweiserbringung für mich beides. Aber wer Staatsterrorismus nach all diesen Vorwürfen -und das reicht von bewiesenen Fällen wie Gladio oder Celler Loch über Sauerland und NSU bis eben dem IS- immer noch für eine wirre Verschwörungstheorie ohne jegliche Glaubwürdigkeit hält oder die Anzeichen dafür einfach kommentarlos ignoriert und Antworten der Behörden kritiklos hinnimmt, der handelt in meinen Augen schlicht unverantwortlich für sich und unsere Zukunft.

Stimmen die Anschuldigungen von Kontraste -und es gibt bislang wenig Gründe dafür, warum sie so radikal lügen sollten- dann muss man auch klar aussprechen, was das bedeuten würde: Das LKA hat wissentlich und durch Zuarbeit eines eigenen Angestellten, den Terroranschlag in Berlin zugelassen und mit zu verantworten. Und selbst wenn am Ende alles aus purer Dummheit und Faulheit entstanden sein sollte, auch dann ist die Mitverantwortung durch den unkontrollierten Einsatzes eines staatlich bezahlten Aufwieglers nicht minder einzuschätzen. Und ja, dann ist der Staat schlicht auch mitverantwortlich für den Terror, den er mitverursacht hat.

Und das, in meinem Wortschatz, heißt nun mal Staatsterrorismus.

Megaroom

Eintrag vom: 22.10.2017 | von: Basti | in: Artikel

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Hier mal meine kleine Bewertung zum Escape-Raum-Anbieter “Megaroom” in München, die man auch auf Tripadvisor findet, der einige 5-Sterne und einige 1-Stern-Bewertungen hat:

Polarisierende Meinungen zu Megaroom bei Tripadvisor. Was stimmt nun? 5 Sterne sind zweifelsohne zu viel, 1 Stern stimmt aber vermutlich auch nicht, dafür hab ich -auch in München- schon schlechtere Spiele gespielt. Meine Meinung bezieht sich auf den bizzaren Boss.

Das Gute: Große Location, ordentlich designt, sehr motiviertes Team, die thematischen Ideen sind eigentlich spannend, der Raum ist unterteilt in mehreren Einheiten, es gibt tatsächlich eine kleine Geschichte dahinter und nicht nur reine Rätselketten

Mittelmäßig: Sehr schloßorientiert, obwohl Escape Games heute eigentlich nahezu alle versuchen, auf Schlößer zu verzichten. Die Einrichtungsqualität ist unterdurchschnittlich, war für mich aber kein Problem, da ich auch mit einem Independent-Look gut leben kann, wenn der Spielspaß stimmt.

Schlecht: Leider das Gameplay. Wir waren leider alle sechs der Meinung, dass sich unser Raum nicht an die elementarsten Grundregeln von Flow und Spielmechanik hält. Dass unfaire Spielmethoden, fehlende Spielerführung und eine hohe Abhängigkeit von einer externen Spielhilfe (Game-Master) auch zu einer hohen negativen emotionalen Erfahrung mit Frustpotential führt, lernt man quasi im ersten Semester Spieldesign. Leider tappt Megaroom da in alle Fettnäpfchen die ich kenne.

Beispiel für so eine Unfairness: Wir musste einen Raum absuchen nach einem Hinweis, der bei Tageslicht faktisch kaum zu sehen ist. Der Raum ist aber nicht verdunkelbar und bei unserem Termin knallte die Sonne komplett durch die Fenster. Einige Spieler konnten den kompletten Hinweis wegen ihrer Körpergröße gar nicht erkennen, so dass nur die großen unter uns überhaupt eine Chance hatten, ihn zu lesen. Es gibt zwar diesbezüglich eine kleine Hilfe, wo ein Hinweis versteckt sein könnte, er ist aber nicht deutlich genug, da die Hilfe nicht klar macht, welcher Hinweis gemeint ist und mit welchem Gadget er kombiniert werden muss – effektiv ist die Hilfe daher auch noch kontraproduktiv, weil sie verwirrt anstatt führt.

Das ist frustrierend, denn schon mit ein wenig mehr Spielerführung und geschickt eingespielten (internen, nicht externen!) Hinweisen würden diese Frustmomente nicht auftreten. Unserem Hinweis auf die Probleme wurde entgegnet, dass das schon bewusst schwierig, eben “bizzar”, sein soll.

Dem Anbieter würde ich raten, sich die (konstruktive) Kritik seiner Spieler genau anzuhören und die Probleme zu verbessern. Ich frage mich auch ernsthaft, wie lange Megaroom die Räume beta getestet hat – allzu ausführlich kann das nicht gewesen sein, denn die Fehler wären garantiert aufgefallen. So unterscheiden sich aber erfolgreiche Anbieter von den uneinsichtigen (zum Trost: Solche Fehler hab ich bei allen Anbietern im Betatest-Stadium schon gesehen, es ist die Frage, ob man darauf reagiert).

Man muss MIT den Spielern spielen, nicht GEGEN sie. Der Spieler muss mit einem strahlenden Lächeln aus dem Raum kommen. Beim bizzaren Boss klappt das zumindest bei uns nicht.

Werde ich nochmal reingehen? Ja, ich schau mir auch die anderen beiden Räume noch an. Zu denen hab ich noch keine Meinung. Lohnt sich der Boss für andere? Das hängt vom Spieltyp ab. Wer sich auch mal auf ein (noch?) unausgewogenes Design einlassen möchte und daraus sogar ein gewisses Vergnügen zieht, für den ist es vielleicht auch mal ein spannendes Erlebnis. Einsteigern in die Thematik würde ich es nicht empfehlen, zu groß ist die Gefahr, dass man sich am Ende wie der letzte Depp vorkommt und glaubt, das wilde Herumraten, wie es nun gemeint ist, gehört sich so. Das tut es eben gerade nicht. 😉

Psychose – das Horror-Live-Game von OneHourLeft im Test

Eintrag vom: 22.09.2017 | von: Basti | in: Artikel, Games

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Eine Audiokassette, eine enge, kleine Psychiaterpraxis und ein Kassettenrekorder. So beginnt die Geschichte in “Psychose”. Was sich wie das Intro eines Horroradventures anhören könnte ist tatsächlich echt – aber nicht weniger Horror. Der zweite Exit-Room von OneHourLeft (den ersten haben wir hier getestet) ist damit zwar nichts für schwache Nerven – aber durchaus etwas für Fans von Adventurespielen, denn selten war ein Live-Game-Erlebnis so narrativ wie hier.

Mir hat’s echt gut gefallen und ich finde, das Team hat aus Gamedesign-Sicht echt einen guten Job gemacht. Deswegen habe ich die Leute (davor) auch gleich mal interviewt. Schaut doch mal rein…

… oder lest den Testbericht, den es ebenfalls noch gibt und noch ein paar weitere Details verrät!

obike – Erste Testfahrt in München

Eintrag vom: 12.09.2017 | von: Basti | in: Artikel

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Der Bikesharer Obike ist in letzter Zeit ein riesiger Aufreger in München. Als Sharing-Nutzer kann ich die Aufregung nicht verstehen.

Da heißt es, die Räder verschandeln “unsere Stadt”. Zahlreiche obikes sollen schon aufgeschlitzt und in großem Stil aus Frust umgeschmissen worden sein. Allein deswegen sehe ich die Debatte schon als vergiftet an. Eigentlich sollte man ein System, dass für weniger Abgase und Treibhausgase sorgt, doch eher begrüßen und nicht dafür sorgen, dass nigelnagelneues Eigentum mutwillig zerstört wird. Dass man sich über Farben streiten kann, ist zwar richtig – aber das sind eben Geschmacksfragen. Manche mögen blau nicht und für die sind dann die MVG-Räder ebenso ein Dorn im Auge.

Weiterer Knackpunkt: obike sammelt Daten. Das stimmt. Andererseits steht es jedem selbst frei, welche privaten Anbieter er nutzt oder nicht. Einen Unterschied zu den Profilen die ein Google oder Facebook erstellen, ist kaum erkennbar. Auch jedes Handy kann GPS-Profile nach Hause funken.

Und dann gibt es da noch das Argument, sie nähmen viel zu viel Platz weg, das Abstellen an der Straßenseite sei illegal, die Werbung auf den obikes sowieso. Da fragt man sich schon echt, wer sich diese Argumente ausgedacht hat. Jemand, der den Markt kennt jedenfalls nicht. Denn Bikesharing gibt es in München schon seit langem. Die Einführung der MVG-Räder wurde damals groß begrüßt und gegen Marktführer Call-a-Bike hat sich noch nie jemand wirklich aufgeregt.

Es stellt sich also wenn dann überhaupt die Frage, ob man Bikesharing in der Landeshauptstadt will oder nicht – es spielt gar keine Rolle, ob es nun obike, MVG oder Call-a-Bike ist. Die sind vom System her nahezu eh alle identisch.

Das Platzargument ist das dabei hinrissigste, denn jedes private Rad, dass man abstellt, nimmt mehr Platz weg. Sharebikes sind immerhin dauernd in Bewegung. Ein Call-a-Bike steht stelten länger als eine Nacht am selben Fleck. Ein geparktes Privatrad dagegen oftmals Tage. Manchmal werden sie nie mehr abgeholt. Wie man die neuen obikes als “Müll” aber die tausenden an abgestellten, verrosteten Privaträder nicht als Müll bezeichnen kann, erschließt sich mir nicht. Von geparkten Autos mal ganz zu schweigen. Auf manchen Parkplatzflächen kann man sicherlich an die 10 obikes parken, während der Privatwagen im schlimmsten Fall tagelang die Straßeseite blockiert – von vielen Verkehrsexperten wurde diese “Privatisierung des Staatsgrundes” schon manchmal als Hauptproblem der Verkehrssystem der Zukunft deklariert.

Man muss nicht diese Meinung vertreten, aber eins steht doch “unumstößlich” fest: Sharing-System sorgen für deutlich mehr Platz in der Stadt, weil Privateigentum nicht mehr abgestellt wird. obikes bewirken also genau das Gegenteil von dem, was ihnen vorgeworfen wird. Das einzige, was das System von den Mitbewerbern unterschieden hat, war der unfassbar schnelle Rollout von mehreren tausend Rädern über Nacht. Das einzige, was nun passieren muss, ist, dass sie genutzt werden und sich die Räderpulks damit besser in der Stadt verteilen – so wie bei den anderen stationslosen Systemen auch.

Und wenn dies nicht der Fall sein sollte? Was, wenn die obikes tatsächlich wie “Müll” rumstehen, also wie viele andere private und ungenutzte Räder? Na, es wäre nicht das erste Mal, dass ein Anbieter sich aus München dann wieder zurückzieht. Denn Sharebikes, die nicht dauerhaft in Bewegung sind, verdienen kein Geld. Das Problem, dass hier sommerlochartig beschrieben wird, ist also eigentlich keines und löst sich im schlimmsten Fall von selbst.

Lohnt sich nun die Nutzung von obike? Heute kann man sie gratis ausprobieren und ich habe es getan:

Summa Summarum – Die Bikes sind zwar ordentlich verarbeitet und die App funktioniert gut und schnell, es gibt aber ein paar Einschränkungen:

Der Verschlussmechanismus funktioniert nicht wie bei Call-a-Bike via Kommunikation mit dem Internet sondern via Bluetooth. Wer das Rad verschließen will und sein Handy hat keinen Akku mehr, schaut in die Röhre und bezahlt erst mal. Das gleiche gilt, wer zu schnell sein Rad verlässt, bevor der Verschluss vom Rad via Bluetooth an die App gemeldet wurde. Ohne App geht ohnehin gar nichts. Call-a-Bike ist hingegen völlig App unabhängig. Da kann man sogar via Telefonanruf ausleihen und ein Zuziehen des Schlosses beendet die Fahrt auch ohne eingeschaltetes Handy.

Preislich lohnen sich die Bikes nur für Wenignutzer. Sie liegen mit 1 € pro halber Stunde gleich auf mit dem Standardtarif von Call-a-Bike, haben aber keine Monatsgebühr. Wer nur ganz selten ganz kurze Strecken fährt kann mit dem MVG-Rad sogar besser dran sein, dort gilt ein Minutenpreis. Bei Intensivnutzern haben beide Konkurrenten hingegen deutlich die Nase vorn. Zum Preis von 36 bis 49 € pro Jahr (je nachdem, ob man Abokunde ist, ne Bahncard hat oder eben nicht) fährt man bei Call-a-Bike und MVG 30 Minuten lang kostenlos. Das reicht für nahezu jede Fahrt in der Stadt. Schließt man das Rad ab und fährt später mit einem anderen weiter, gelten diese 30 Freiminuten erneut. Quasi Flatrate-Radln. Außerdem muss bei diesen Systemen keine Kaution hinterlegt werden. Wer also im Jahr mindestens so viel fährt wie der Jahrespreis der Flatrate der Mitbewerber, kommt dort günstiger weg (und radelt ab dann quasi gratis).

Das größte Manko: Die Räder haben nur einen Gang und fahren sich damit wirklich mies. Ich kann mir eh nicht vorstellen, dass man damit länger als 30 Minuten fahren möchte. Auch der Korb ist relativ klein. Kein Vergleich zu den dann doch recht luxuriösen Call-a-Bikes samt Spanngurtsystem. Für mich ist obike damit keine Alternative.

Zwei Vorteile gibt es aber:

Zum einen die schiere Menge an Rädern. Dort wird es jetzt darauf ankommen, wie gut die sich im Stadtgebiet verteilen, damit man immer überall eines findet. Call-a-Bike will aber scheinbar bereits aufstocken. Mal schauen, ob es dann wieder einen Aufschrei gibt.

Zum anderen das größere Stadtgebiet. Call-a-Bike limitiert Fahrten immer noch mit dem mittleren Ring. Der Flaucher fällt dort also z.B. raus.

 

Wer möchte kann heute obike noch kostenlos testen. Jede Fahrt mit der App ist gratis. Danke an Stefan für den Tipp!

Übrigens: Als ich heute meine Testfahrt beenden und das Fahrrad abstellen wollte, bin ich übrigens natürlich sofort angepflaumt worden, dass das Rad im Weg stünde. Das ist mir mit Call-a-Bike noch nie passiert. :-(

Euronet pflastert München-Giesing mit Geldautomaten

Eintrag vom: 10.09.2017 | von: Basti | in: Artikel

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atmEuronet ist Betreiber von über 1000 Geldautomaten in Deutschland und hat vor kurzem mit einem riesigen Rollout gefühlt halb Giesing mit freistehenden, mobilen Geldautomaten vollgepflastert, so auch direkt vor meiner Haustür (und noch ein paar weitere ein paar Hundert Meter weiter). Mein erster Gedanke war, dass die jetzt Geld mit direkten Kundenentgelten verdienen wollen, welche Automatenbetreiber von ihren Kunden (zusätzlich zu den Bankgebühren) seit Kurzem auch bei Kreditkarten verlangen dürfen (so wie z.B. in Thailand oder USA). Aber in den einschlägigen Kreisen hieß es dann, die Automaten seien schon allein durch die Kreditkartengebühren deckungsfähig – und die übernehmen bei Direktbanken wie DKB oder Diba bekanntermaßen die Banken. Bargeldabhebungen müssten also auch am Euronet-Automaten gratis sein.re ja ne feine Sache, weil für mich viel näher an der Haustür. Also mal eben getestet!

Tatsächlich ist die Abhebung mit entsprechenden Visa und Mastercard gratis (bezogen auf ein zusätzlichen Direktentgelt). Auch in den Bedingungen steht nichts von einem zusätzlichen Automatenentgelt für Kreditkarten-Kunden. Vermutlich will man also tatsächlich über die Direktbank-Nutzer Geld verdienen. Dafür spricht auch, dass der Automaten bankspezifische Informationen einblendet, sobald er die Karte ausgelesen hat. So erhalten beispielsweise DKB-Kunden den Hinweis, dass man mit der DKB-Karte seit diesem Jahr mindestens 50 € abheben muss, sofern man kein u18-Konto hat. Das hat direkt Servicequalität. Außerdem rotieren auf dem Bildschirm Werbeanzeigen, den Automaten mit Bezahlkarten unterschiedlicher Institute zu nutzen, derzeit vor allen Dingen die IKEA-Karte der IKANO Bank.

ikea

Ich finde das Konzept erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Sparkassen und andere Banken ihre Automaten schon mal proaktiv für VISA sperren, um die Direktbankkunden nicht weiter zu bedienen. Wenn das Geschäft damit aber schon so tragfähig ist, dass Euronet solche Automaten in der ganzen Stadt aufstellt, dann fragt man sich schon, wie rentabel diese Banken überhaupt arbeiten.

Ebenfalls auffallend: Die Automaten sind mit einem Kontaktlospad ausgerüstet. Eine Funktion konnte ich damit noch nicht feststellen und die Position erscheint mir extrem diebstahlgefährded. Man muss seine Karte über das Kontaktlospad in den Schlitz stecken. Dabei kommt man dem Pad so nah, dass es problemlos unbemerkt Kontaktloszahlungen ausführen könnte. Das ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis gewiefte Hacker da mal eines austauschen. Vorsicht!

bedingungen

Eine weitere Einnahmequelle nutzt Euronet weiterhin, nämlich DCC. Das betrifft erst mal nur Karten, die nicht in der Eurozone herausgegeben wurden (aber ggf. trotzdem in Euro abrechnen, z.B. Kreditkarten britischer Unternehmen wie Revolut, Neteller, Curve usw…). Der angebotene Kurs ist Wucher! Für meine 50 € Abhebung wollte der Automat mir statt dessen 50,77 Pfund (über 55 €!) in Rechnung stellen. Sowas nimmt natürlich kein gesunder Bürger an, aber der ein oder andere Touri verklickt sich sicherlich mal.

dcc

Summa Summarum: Wenn das so bleibt ist das für Direktbank-Kunden mit kostenloser Abhebemöglichkeit zweifelsohne eine tolle Offensive…

Fantasiana – Kurzreview

Eintrag vom: 30.07.2017 | von: Basti | in: Artikel, Erlebniswelten

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Das letzte Mal war ich vor über 10 Jahren im Erlebnispark Straßwalchen, auch bekannt als “Fantasiana“. Jetzt war ich wieder dort um die für mich neuen Attraktionen Mami Wata, KnightsRide Tower und Schloss Dracula auszuprobieren. Der Park hat eine sehr kleine Fläche, ist aber gestalterisch für die Größe echt top.

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Mami Wata ist ohne Zweifel die nasseste Wildwasserbahn, die ich kenne, wobei die Nassmenge aber total von der beförderten Menge abhängt. Mit zwei oder einer Person passiert fast gar nichts. Sobald man zusätzlich auch vorne Gewicht hat, gibt es eine ordentliche Dusche. Ebenfalls schön: Auf dem Weg, den man im ersten Foto sieht, gibt es schöne, unerwartete Wellen ins Schuhwerk, die von unten kommen: Der Weg ist so nah an der Rinne, dass eine vor sich her getriebene Welle eines Bootes unbemerkt über die gesamte Fläche schwappt, selbst wenn man denkt, gerade wäre alles trocken.

Sehr schön thematisiert -und das vom Eingangsbereich über die Lampen bis hin zur Farbgebung- und wie für Fantasiana üblich mit vielen Animatornics verfeinert. Der Soundtrack kommt von IMAScore. Technisch gibts Drehteller, Rückwärtsschuss und Vertikalaufzug. Hersteller ist Hafema. Sicherlich noch kein riesiges Chiapas, aber trotzdem einer der schönsten Log Flumes im deutschsprachigen Raum.

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KnightsRide Tower ist ein 20m hoher FreeFall Turm von abc rides, der komplett in einen Turm gekleidet wurde. Es gibt nur einen einzigen, langen Fall. Der Wartebereich ist mit einem Drachen-Animatronic, der stark an das Disneyland Paris erinnert, gestaltet und wirklich schön. Die Fahrt selbst arbeitet ähnlich wie Tower of Terror mit Stockwerken, welche die Geschichte vorantreiben. Genau die erschließt sich einem beim Fahren allerdings nicht. Gestalterisch auch auf einem sehr hohen Level, dass mindestens im Midrange-Bereich der Themenparks liegt. Die Mischung auf Projektionen und haptischer Gestaltung während der Fahrt funktioniert ziemlich gut. Der Fall ist erfreulich intensiv.

Zu Schloss Dracula hab ich kein Foto mitgebracht, im dritten Bild versteckt es sich links hinter dem Bäumen neben dem Saloon. Es handelt sich um ein Maze mit Live-Erschreckern. Die Gestaltung ist auch hier auf oberstem Niveau. Die Animatronics sind für einen kleinen Park mehr als ordentlich und schlagen immerhin einiges aus dem Geisterschloss vom Europa Park. Das Maze dauert ziemlich lang, ich hab dafür rund 25 Minuten benötigt. Die einzelnen Räume sind sehr talky und erinnern so ein wenig an das Prinzip der Dungeons aus dem Hause Merlin. Das, was mal wieder nicht funktioniert, ist die Verknüpfung der Live-Erschrecker mit der Geschichte. Es hat sich mir zumindest nicht erschlossen, was die damit zu tun haben sollen. Insofern stellt sich hier leider nicht die Immersion oder Gruselfaktor ein, das es haben könnte. Animatronic-gestalterisch mit Sicherheit eines der Highlights.

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Insgesamt ist die Entwicklung super. Ich kennen keinen vergleichbaren Park der Größe, der sich so viel Mühe in der Thematisierung gibt. Im Prinzip ist eigentlich nur die Achterbahn (ein immer noch exterm intensiver Ride von PAX) und die Schiffsschaukel nicht thematisiert. Mit Sindbad hat der Park auch einen sehr langen Darkride, der ebenfalls überrascht und das Dreh-Ridesystem von etf gut einsetzt.

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Ein paar der älteren Sachen sind nicht mehr ganz so gut in Schuss. Aber man bemüht sich zumindest, dass alles verfügbar ist und funktioniert. Auch wenn die Mitarbeiter dann mal die Glühbirn-Packung in der Szenerie vergessen (Bild 3). Bin gespannt, wo die Reise da noch hingeht. Für Familien mit Kindern oder Theming-Begeisterte ist der kleine Park nördlich von Salzburg jedenfalls defintiv weiterhin einen Besuch wert.

Keine Liebe für Disneyland Paris auf der D23-Expo

Eintrag vom: 21.07.2017 | von: Basti | in: Artikel, Erlebniswelten

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IMG_2645.JPGAuf der diesjährigen Expo von Disney regnet es wieder mal Attraktions-Ankündigungen ohne Ende für Walt Disney World und das Disneyland: Tron-Coaster, Ratatouille, mehr Guardians of the Galaxy, großer Mickey-Ride, neues Gondelsystem, Star War’s Galaxy Edge mit zwei riesigen Star-Wars-Attraktionen, neues Star Wars Hotel inkl. Storyline., neues Toy Story Land…

Die Ankündigungen für Disneyland Paris: Eine Iron-Man-Ausstellung im Hotel New York mit dem Namen “The Art of Marvel”!

Das stimmt durchaus ein wenig nachdenklich, denn erst im Frühjahr hat die Walt Disney Company den defizitären Betrieb in Paris übernommen – und damit wartete die Fangemeinde eigentlich auf das dringend notwendige Signal für einen Kurswechsel hin zu einem erfolgreichen Resort, das sich weiter entwickelt. Seit Jahren tritt Disneyland Paris auf der Stelle. Der Europa-Park holt immer mehr auf, hat bereits das 2nd Gate, den Walt Disney Studios Park in Paris, eingeholt. Die Besuchszahlen im “DLP” sind zweistellig rückläufig.

Oder anders gesagt: Ich erwarte ja keine große Attraktionsankündigung, aber zumindest ein öffentliches Bekenntnis zum Park, den man immerhin gerade einen Monat zuvor adoptiert hat. Und wenn man gesagt hätte: “Wir haben einen großen Masterplan, der in den nächsten 10 Jahren das ganze Resort zu einer Spitzendestination macht” hätte es mir persönlich schon gereicht. Statt dessen macht man das gleiche wie immer: Man kündigt großspurig eine “Neuheit” direkt parallel zu den (wirklich großen) Neuheiten der amerikanischen Parks an und stellt als Kunde danach gleich fest, dass es wieder nur eine aufgeblasene Umgestaltung ist – von denen in Paris bislang viele mehr als kontraproduktiv waren:

Aus dem geliebten Space Mountain wurde das fade Mission 2, daraus jetzt das unpassend thematisierte Hyperspace Mountain. Das ebenso beliebte Blue Lagoon-Restaurant wurde in ein Restaurant rund um Captain Jack umthematisiert – mit Hilfe von Piraten-Flaggen im Gesamtwert von vermutlich 10 Euro. Und auch die Renovierung von Big Thunder Mountain im letzten Jahr, als fast der ganze Park eine einzige Baustelle war, hat nicht gefruchtet: Bald schließt die Achterbahn erneut, weil die Renovierung die Probleme nicht behoben sondern verschlimmbessert hat. “The Art of Marvel” reiht sich nahtlos in dieses “same old same old” ein, nämlich alte Kammellen als Neuheiten verkaufen.

Es ist eine Mogelpackung, die ich früher eher dem finanziellen Engpass in die Schuhe geschoben habe. Tatsächlich spielt jetzt die Mutter genau das gleiche Spiel. Wie soll ich dann als Kunde, Liebhaber und Ex-Aktionär Vertrauen haben, dass es nun endlich aufwärts gehen soll, wenn sich scheinbar -trotz Buy-Out- nichts ändert? Es kann doch nicht sein, dass man als neue Mutter absolut nichts anderes zum DLP zu sagen hat, als das.

Gut möglich, dass die Mutter trotzdem großes mit dem immer noch total unterentwickelten Areal vor hat. Vielleicht gibt es da schon große Pläne, von denen wir nur noch nichts wissen (vom CAPEX-Plan mal abgesehen, der sieht ja erst in 7-8 Jahren überhaupt eine neue Headliner-Attraktion vor!). Mir persönlich reicht das nicht. Ein Bekenntnis muss her.

Denn wenn drei Kinder an Weihnachten beschenkt werden, zwei eine tolle Spielekonsole kriegen, die Eltern sagen “Ich liebe dich!” und dann das dritte nur kommentarlos einen Lutscher kriegt und veilleicht der Onkel dann flüstert “Aber dein Papa wird dir in 5 bis 10 Jahren auch eine Spielekonsole schenken und dich dann auch lieben” dann kann man dem Onkel wenn man will zwar glauben und sich damit trösten, aber immer noch sagen, dass es eine Scheißaktion war, die das dritte Kind vor allen anderen blos stellt. Genau das passiert mit Paris auch dieses Jahr wieder auf der Disney-Expo.

In einem Forum hat man dann gesagt: Es geht eben am Ende ums Geld und nicht um Gleichberechtigung und Nächstenliebe. Ich seh das ja anders.

Denn wenn du dein Kind liebst und es ihm das wissen lässt, dann ist das auch ein Invest. Ein Kind, dass sich geliebt fühlt, ist erfolgreicher im Leben, weil es weiß, dass es etwas wert ist. Kinder, die nicht geliebt werden, stellen sich selbst in Zweifel und haben es generell schwerer.

Klar geht’s ums Geld. Aber Disney hat auch selbst mal ganz hart gelernt, was es bedeutet, wenn man seine “Kinder” nicht “liebt” und glaubt, es geht auch ohne dieses “Invest”:

Warum sind die Walt Disney Studios in Paris kein vollwertiger Park? Weil man an den Standort durch die vielen Rückschläge nicht mehr geglaubt und nicht investiert hat. Man hat ihn nicht “geliebt”. Man “musste” ihn bauen. Heute leidet der ganze Park darunter. Bei “WDS” muss man ja im Prinzip jetzt den ganzen Park umbauen, damit der wieder auf dem Level mitschwimmt, den Disney eigentlich von seinen Kindern erwartet. Dieses fehlende Invest rächt sich jetzt. Das Kind ist nicht erfolgreich. Bei Disney’s California Adventure gab es jahrelang ein ähnliches Problem und selbst Animal Kingdom hat unter dieser reinen Businessdenke gelitten (denn wer hätte gedacht, dass Disney irgendwann einfach eine Kirmes à la Primeval Whirl bauen würde? Haben sie gemacht. Weil sie echt mal dachten: Geht doch auch ohne Thematisierung!).

Es geht eben nicht nur ums Geld. Die Produkte, die Disney verkauft, sind hoch emotional. Als jemand, der selbst in der Branche arbeitet, kann ich sagen, dass man zumindest deutlich weniger Erfolg hat, wenn man seine Babys eben nicht liebt und versucht, sie zur Blüte zu bringen. Man kann Attraktionen, Filme, Musik, Spiele & Co nicht rein nach betriebswirschaftlichen Ergebnissen betreiben. Du brauchst schon auch kreative Menschen, die das lieben, was du machst – und in deren Produkte musst du investieren, nicht nur in dein Controlling, sonst wird es halbgar.

Als das Problem in den USA akut wurde hat Disney übrigens etwas Cleveres gemacht, nämlich Lasseter mit an Bord von Walt Disney Imagineering geholt, der genau diese Krätsche aus Liebhaberei (war ja lange Castmember und kennt die Parks aus dem efef) und Business (Apple, Pixar) mitbringt und das ganz genau verstanden hat. Er hat damals auf der Expo gesagt: “Wir hören euch. Wir wissen, es ist nicht gut, was wir getan haben. Ich werde es beheben. Wir hören den Fans zu.”

Lasseter war der Ansicht, es müssen erst mal neue Headliner her, bevor man die Parks repariert. Er hat dann zunächst angefangen, das Problem bei California Adventure zu beheben, in dem er für viel Geld das Cars Land entwickelte, Animal Kingdom bekam das Greenlight für Avatar Land (auch teuer), die Walt Disney Animation Studios wurden neu aufgestellt (Ergebnis: Wreck-it-Ralph und Zootopia, ein Level das vorher nur Pixar erreicht hatte) und mich würde es nicht wundern, wenn Lasseter sogar Ratatouille kräftig mit gepusht hätte (er war ja beim Scouting im “WDS” zu sehen) – die einzige sinnvolle Entscheidung für das “DLP” über Jahre, wenn man mich fragt.

Die Investitionen waren enorm. Allein Cars Land kostete über 1 Milliarde Dollar. Es war unklar, ob es das “DCA” aus der Krise helfen würde. Aber -und das verstanden die Businessträger bei den Fehlentscheidungen und Budgetkürzungen damals nicht- Menschen erkennen die Liebe, die in diesen Medienprodukten stecken, und honorieren es. Effektiv hat sich das Invest für Disney voll ausgezahlt. Und seitdem fährt Disney mit seinen großen Parks genau diese Schiene. Für “DCA” hat Lasseter dann dieses Jahr den Umbau des Piers zum Pixar-Theming angekündigt (was sozusagen die zweite Phase nach den Headlinern darstellt und so langsam die problematische Idee eines “billigen” Pier-Parks behebt).

Was sagt uns das über das Disneyland Paris?

Dort ist nie etwas vergleichbares passiert (Ratatouille mal ausgenommen – das war aber auch ein vergleichsweise kleiner Maßstab – zudem bald nicht mal mehr exklusiv). Lange konnte man es auf die schlechte finanzielle Lage der SCA, des Betreibers, schieben. Das ist jetzt seit dem Buy-Out so nicht mehr wirklich möglich. Man muss die Frage stellen, warum diese Investitionen ins “DLP” auch jetzt weiterhin nicht angekündigt wurden, obwohl die D23-Expo ein idealer Platz dafür gewesen wäre.

Entweder kommt da später nochmal was, und Disney beweist, dass sie das DLP doch “lieben” und für ein Investment bereit sind (das ist meine Hoffnung).

Oder es geht am Ende wirklich nur ums Geld und “DLP” wird rein nach defensiven Controlling-Mechanismen geführt. Die Entscheidungen treffen dort dann Businessleute, die sagen: “Läuft halt nicht. Da macht ein riskanter Invest keinen Sinn.” Man fährt den Park immer nur so weit, wie man unbedingt muss, um zumindest beim DLP nicht den Spitzenplatz zu verlieren (weil das blöd aussieht, ein paar Jahre hat man ja noch). Das wäre genau der gleiche Fall wie damals bei “DCA”. Für das WDS käme dann im besten Fall noch ein Umbau zu Pixar und Marvel in Frage, aber das Lasseter-Prinzip mit “Headliner first”, damit die Besucher wieder Vertrauen gewinnen, würde nicht zum tragen kommen. Wir würden vielleicht das neue “Mission Breakout” bekommen und dafür den Tower of Terror verlieren – effektiv also keine neuen Attraktionen erhalten, sondern eben nur andere – genau das, was jetzt auch schon seit Jahren passiert. Und das aus dem einfachen Grund: Weil es gerade noch so reicht. Und weil DLP und gerade auch WDS dann auch weiterhin nicht aus dem Startloch kommt, würde es damit auch so bleiben.

Anders gesagt: Bereits heute liegt “WDS” hinter dem Europa-Park. Es ist der am schlechtesten laufende Disney-Park. “Warum sollten wir in sowas noch investieren? Warum sollte es das WDS genau so gut haben wie sein Cousins in Orlando, wo er sich doch so schlecht entwickelt? Warum sollte er gleichberechtigt sein?” So kann das aber nicht funktionieren. Lasseter hat das erkannt. Er weiß, dass die Menschen nicht blöd sind – Keine Investition, keine “Liebe” ist Stillstand. Zumindest bei den Produkten, die Disney primär macht – nämlich emotionale Marken.

Ich fürchte seit dieser Expo tatsächlich ein wenig mehr, dass das DLP von Disney als einziger Park ganz bewusst auf der reinen Controlling-Ebene gefahren wird, wo ein paar Leute nur mit Zahlen hantieren und dann versuchen, auf diesem Level den Betrieb zu organisieren, weil man einfach nicht an den Standort glaubt, nicht an seine Mitarbeiter glaubt oder einfach an keinen größeren Erfolg glaubt, der eine richtige Investition rechtfertig. Wenn das so ist, dann wäre das desaströs. So funktioniert dieses Business einfach nicht und es wäre eine klare Spirale abwärts.

Nein, ich glaube nicht an das “Money First”. Es müssen Visionen, Ideen und Investments her. Anders wäre das original Disneyland, anders wäre die ganze Disney Company nie entstanden. Ich bin gespannt, was da jetzt in den nächsten 2-3 Jahren passiert.

Neue Le Cadavres…

Eintrag vom: 22.06.2017 | von: Basti | in: Artikel

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Wer sich bei unseren Wandertouren nicht nur über bildliches Material sondern auch textliche Ergüsse freut, dem muss ich übrigens (mal wieder) auf Lomas “Le Cadavre” hinweisen. Dort gibt es z.B. gar vorzüglich zu schmöckernde Ausgaben unserer

– Nagefluhtour (Seite 1) (Seite 2),
– Dünenweg-Wanderung (Seite 1)
oder auch der
– der Blaueishütte (Seite 1)

Es gibt kaum schönere Text-Erinnerungen an die schönen Fußmärsche.

Pornocracy auf dem #DOKfest

Eintrag vom: 10.05.2017 | von: Basti | in: Artikel, Film, Kultur, Natur

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Gestern habe ich mir Pornocracy von Ex-Pornodarstellerin Ovidie auf dem DOK.fest angeschaut. Im Film geht es darum die Machenschaften hinter der Firma Manwin, jetzt Mindgeek, aufzudecken. Das ist die Gesellschaft, die heute nahezu jedes größere Porno-Studio und nahezu alle Internet-Porno-Seiten betreibt und sich damit eine fragwürdige Monopolstellung erarbeitet hat.

Also, ich dachte, darum würde es gehen.

Denn Ovidie schafft es eher, einen absoluten Nicht-Recherche-Film zu produzieren. Wo es tausende von spannenden Geschichten zu erzählen gäbe, beschränkt sich ihr Film über lange Strecken auf das Zeigen des harten Lebens von Pornodarstellern (zweifelsohne ein wichtiges und relevantes Thema, das aber kaum in direktem Zusammenhang mit der Internet-Porno-Industrie oder gar Mindgeek gebracht wird). Letztlich ist die Dokumentation ein Klagelied einer dauernd betröpelt vor sich dreinguckenden Gastgeberin, die ihre eigene Branche scheinbar nicht mehr versteht. Genau der gleiche Film hätte vor 15 Jahren aber auch mit der Musikindustrie und Napster produziert werden können. Oder mit dem Fernsehen und Youtube. Oder Taxifahrern und Uber.

Das soll die Disruption und das menschliche Leid, die das Internet in allen Branchen mit sich bringt (und natürlich auch in der Pornobranche) nicht verharmlosen, aber man fragt sich schon, was der Film nun eigentlich will. Etwas aufdecken jedenfalls nicht. Oder alle Teilnehmer des Films sind nicht in der Lage, zumindest mal Google zu benutzen, um die relevantesten Infos zusammen zu fischen. Ovidie ist sogar so schlecht in ihren Recherchen, dass sie in die Welt-Redaktion fahren muss, um dort einen 5 Jahre alten Bericht über Ex-Chef Fabian Thylmann direkt von der Zeitung abzufilmen(!), weil sie es nicht schafft, selbst mal bei Mindgeek oder zumindest mal in Thylmanns Club vorbei zu schauen.

Zwar ist sie mal in Montréal und filmt das Gebäude von außen mit dem Teleobjektiv, aber mal mit den Arbeitnehmern dort zu sprechen (immerhin ist das Internet voll mit Berichten über Mindgeek als Arbeitgeber von immerhin 1000 Mitarbeitern – das ist ja immer noch nicht die NSA), auf die Idee kommt sie nicht. Andere Filmemachern hätten sich längst auf eines der vielen Jobangebote beworben, die es im Internet der Firma gibt, um sich als Maulwurf mal einzunisten und endlich Informationen über das Firmenimperium zu erhalten.

Was wir statt dessen sehen sind Youtube-Videos von Fabian Thylmann, die alle, die sich mit Manwin beschäftigt haben, eh längst kennen. Dafür brauch ich nun wirklich kein Kinoticket bezahlen. Mensch, nicht mal die Namen der derzeitigen Firmeninhaber (die auf Wikipedia stehen) bringt die Doku in Erfahrung. Mit den ermittelnden Staatsanwaltschaften wird auch nicht gesprochen. Statt dessen mit irgendwelchen Leuten, die behaupten, von (vielleicht) Mindgeek mit dem Leben bedroht zu werden, dafür aber keine Beweise haben. Oder mit dem Chef von LiveJasmin.com (belanglos). Das ist echt traurig, denn dubios ist Mindgeek und deren Geldströme allemal.

Dann aber zu glauben, es sei merkwürdig, in Luxemburg oder Irland Firmensitze zu haben, um günstigere Steuern zu zahlen, der hat scheinbar noch nicht was von Amazon, Google oder Apple gehört. Die Doku schießt leider in der Hinsicht absolut am Ziel vorbei und versteht nicht, um was es am Ende eigentlich geht – nämlich um die Besonderheiten und Merkwürdigkeiten eines monopolistischen Porno-Imperiums, dass deswegen unbesehen existiert, weil unsere Gesellschaft die Pornographie soweit an den Rand der Legalität gedrängt hat und damit der ideale Schutzmantel für Geschäftsmänner ist, die im Dunkeln operieren (als ein US-Amerikaner sagt es sei ausgeschlossen, dass ein Hedgefonds in eine Internet-Pornoseite investiert, musste ich kurz prusten). Stattdessen präsentiert man uns international agierende Internetkonzerne als eine völlig neue Erkenntnis der Geldwäsche. Oder vielleicht doch der Mafia. Oder der Wall Street. Oder auch einfach nur als neue Methode der Aushebelung des Jugendschutzes.

Das aber immerhin in sehr schöne Bilder und Musik verpackt. Wenn halt jetzt nur der Inhalt auch stimmen würde…

Tut mir leid, Ovidie. Bitte mal aufwachen. Die komplette Medienbranche arrangiert sich seit Jahrzehnten mit dieser Änderung. Als Games-Macher leide auch ich jeden Tag unter dem Preisdruck eines AppStores oder Steams. Die Pornobranche war einfach nur ein wenig später dran als der Rest, weil sich lange niemand traute, ein Porno-Youtube zu etablieren. Dieses ewige Gejammere mit dem dauerhaft deprimiert dreinguckenden Rehblick ging mir da irgendwann echt auf den Sack. Quintessenz: Mehr Kommentar als Dokumentarfilm. Schade. Die Welt und der Spiegel hatten gezeigt, wieviel Potential im Thema steckt und wenn nicht mal die eigene Branche intern in der Lage ist, Licht ins Dunkel zu bringen, dann mache ich mir da wenig Hoffnung auf Aufklärung.