Toller ESC-Abend heute, Leute. Hat wie immer viel Spaß gemacht, trotz Streaming-Lags.
Schade, dass Griechenland oder Graf Dracula nicht gewonnen haben und der Song Contest generell ein wenig weniger spektakulär war als sonst, aber Unterhaltung ist es ja immer.
Mit Dänemark kann ich mich zwar gar nicht anfreunden, aber das ist nichts neues (und mein persönliches 2013-ESC-Lied bleibt irgendwie eh LaBrassBanda, auch wenn sie im Vorausscheid gegen diesen Generik-Quark rausgeflogen sind…)
Wie jedes Jahr gehe ich auch diesmal wieder völlig unvorbereitet in den Eurovision Song Contest – der für mich allein schon durch Peter Urbans tolle Kommentierung eine Pflichtsendung ist (siehe mein ganz alter Artikel hier). Ich bin genauso gespannt wie verängstigt über die Abgründe, die ich diesmal wieder sehen werde (und damit ebenso traurig wie glücklich, dass LaBrassBanda nicht mit von der Partie ist).
Um die Sache irgendwie zu überstehen haue ich deswegen am Samstag mein luxuriöses, alkoholhaltiges Getränk aus Georgien auf den Kopf (Genauer Inhalt und ph-Wert unbekannt), der so ätzend ist, dass er nur in einer versteinerten Flasche aufbewahrt werden kann (siehe Fotos link, kein Grog).
Also: Wer ist auch dabei beim Eurovisions-Abend am kommenden Samstag, wo wir uns dann gemeinsam mit brennenden Augen über das Gesehene ausweinen können?
Ich muss sagen, die Abendzeitung macht gerade trotz Boulevard-Anbiederung keinen allzu schlechten Job. Ich drücke noch die Daumen, dass die Sache dank Andreas Kramer spanender wird, als bei den Aufklärungsversuchen der letzten Jahre – de facto ist zwar nichts so wirklich Neues dabei, aber lang gehegte Vermutungen in Sachen Terrorismus des BND gegenüber der eigenen Bevölkerung werden nun erstmals durch Zeugenaussagen untermauert. Ich bin gespannt, ob der Vorfall noch hoch genug geschaukelt werden kann, so dass die Bevölkerung auch bei aktuellen Terrorismusthemen (Stichwort z.B. NSU) besonders deutlich hinguckt (Mehr dazu).
Wer meinen Blog liest, der weiß, dass ich die Aufklärung von Stay-Behind- und Geheimdienst-Operationen im Sinne eines “Staatsterrorismus” für die derzeit vermutlich wichtigste Friedensaufgabe halte. Für eine politische Grundbildung, die eigentlich in jede Schule gehört. Für den Grundvoraussetzung jedes Demokraten mit einem Fünkchen kritischen Denkens.
Warum?
Weil ich der Meinung bin, dass wir einen wirklich beträchtlichen Teil unserer derzeit politischen Lage auf diese Operationen zurückführen können. Gelingt es uns, endlich eine gesunde Aufmerksamkeit der Bevölkerung für dieses Thema zu generieren, dann können wir vielleicht auch dieser schrecklichen Form der psychologischen Kriegsführung zumindest ein wenig Einhalt gebieten und kriegen die problematische Propagandawirkung der Medien bei diesen Attentaten vielleicht in Griff.
Leider bleibt es dabei, dass viele Länder wie Deutschland weiterhin kein Interesse an der Aufarbeitung von NATO-Attentaten in Europa hat. Italien bleibt hier mit Leuten wie Giulio Andreotti nahezu unangefochten an der einsamen Spitze der Aufdeckung solcher Machenschaften. Oder wie kann es anders sein, dass selbst ich von der Aussage des Andreas Kramer erst aus der Ausgabe eines Münchner Boulevardblattes (das mir aus unerfindlichen Gründen kostenlos(?) in den Briefkasten gesteckt wurde) erfahren habe? Kramer gibt unter Eid zu Protokoll, dass sein Vater, ein Bundeswehroffizier, im Auftrag der Nato die Bombe gebaut hatte, die beim Oktoberfestattentat 13 Menschen tötete und mehr als 200 schwer verletzte.
Damit ist ein weiterer wichtiger Baustein gefunden, der erneut nahelegt, dass die NATO und ihre Geheimorganisationen die Welt systematisch mit Terroranschlägen überzog – und, wie viele glauben, mit den Terroranschlägen von heute weiter überzieht. Diese Sache gilt mittlerweile ja auch unter Historikern als relativ belegt.
Warum erfährt man davon nichts in den deutschen Medien? Die Sache wird weiterhin fleißig totgeschwiegen – weil man die NATO nicht verägern wolle, meinen einige. Tatsächlich musste Kramer für seine Aussage nach Luxemburg fahren, weil seine Aussage bei den deutschen Staatsorganen seiner Meinung nicht sicher sei.
Am Ende wird von dem “Jahrhundertereignis” doch noch bei den öffentlich-rechtlichen berichtet: In der Kulturzeit! Auf 3Sat! Ist halt einfach schon vieeeel zu lange her. Lieber über Boston berichten, wo es eben noch keine handfesten Beweise für Geheimoperationen gibt. Noch nicht.
Spitze.
Aber besser als nichts. Angucken:
Was macht man, wenn eine Wasser-Zuleitung eines eh schon defekten Kernkraftwerks auseinanderbricht? Man nehme ein paar Plastiktüten, ein bischen Paketklebeband und zwei Besen. Voilá: Fertig ist das reparierte Kernkraftwerk!
Glaubt ihr nicht? Ist aber so:
Freunde von Retro-Magazinen dürfen sich freuen: Nach dem großen Erfolg der Power Play-Jubiläumsausgabe bringt der CHIP Communications nun die Power Play regelmäßig wieder ins Sortiment. Ab dem 22. Mai ist die Zeitschrift quartalsweise im Handel und als Abo erhältlich. Dabei sind auch alte Haudegen wieder mit an Bord, so unter anderem Winnie Forster, Michael Hengst, Anatol Locker und Heinrich Lenhardt als Editor at Large.
In der letzten Ausgabe lieferte das Magazin neben dem Adventure The Last Express als Vollversion auch adventurenahe Features wie ein Interview mit Ron Gilbert mit. Bleit also zu hoffen, dass das Retro-Magazin auch dem Retro-Genre “Adventure” weiterhin treu bleibt. Der Twitter-Account fachsimpelt jedenfalls bereits fleißig über LucasArts und Ron Gilberts unlängst publizierten Gedanken zu einem (un)möglichen Monkey Island 3a.
(oben: meine allererste Ausgabe der PCreview, für die sich Lenhardt meines Wissens nach immer noch ein bischen schämt).
Vor kurzem gehört: “Goldagengården” von Marco Göllner, dank eines Tipps von Dani.
Wirklich sehr sauber produziertes Hörspiel, das sehr gut unterhält und mit einigen Wendungen bei Laune hält. Die 9-teilige Serie wurde ganz zu Recht mit dem Ohrkanus 2011 als beste Serie ausgezeichnet. Göllner arbeitet viel mit filmischen Mitteln wie akkustische Slowmotions oder Wisch-Effekte von Person zu Person um eigentlich visuelle Kameratricks mit dem Ohr begreifbar zu machen. Definitiv ein Hörtipp! Enttäuschend für mich war jedoch das eigentliche Ende, das deutlich zu abrupt und mit dem verhassten “Wir-Erklären-Jetzt-Nochmal-Schnell-Alles-Wie-Es-Wirklich-War” in der Polizeidienststelle. Ich erhielt am Ende den Eindruck, man habe entweder die Energie verloren, die Serie ordentlich-narrativ zu Ende zu führen oder es fehlte einfach am Budget für eine weitere Episode. So muss am Ende ein klassischer Showdown ohne große Überraschungen als Finale herhalten. Eigentlich schade und verpasstes Potential. Sprecher sind fast durchgehend sehr gut, ziemlich geschwächelt hat für meinen Geschmack am Ende leider Gabriele Leidloff als Kommissarin Fridlund.
Wer mal reinhören möchte: Es gibt bei Amazon z.B. eine Gesamt-Box der kompletten Serie!
Als nächstes in der Ohr-Pipeline: Julie Cross – Sturz in die Zeit. Ich bin ja ein Zeitreise-Fan. Mal sehen, ob diese Geschichte mich noch fesseln kann. Bei Amazon sind die 12-Stunden Spielzeit (!) gerade für nur 6,99 Euro zu haben.
(häufig unterschätzt: Die Macht des gesprochenen Wortes – Foto: Pontypool)
This panel is a rather good update about the Bardley Manning case that followed the Collateral Murder video 3 years ago. There is also an interesting take on the media coverage of the case in the discussion. The panel starts a minute 14:20.
Meine Guck-Empfehlung für alle Alpinisten-Fans heute ist der Film Mount St. Elias. In diesem soll der Berg mit tollen Helikopter- und Berghelm-Aufnahmen zum ersten Mal mit Skiiern bestiegen und abgefahren werden. Entstanden ist eine Mischung aus Bergthriller und Naturdokumentation.
Wann? Heute um 20:15
Wo? ServusTV
Wer sich noch dafür interessiert: Um 16:25 findet auf dem gleichen Sender noch das “Making of Mount St. Elias” statt.
Konzept: Polt setzt sich mit Freunden vor die Schmidalm von Thomas Fischer und erzählt halt so Sachen. Fischer auch. Heraus kommt eine vergleichsweise ungezwungene Mischung aus Folklore, böser Satire und Anarachie.






![Winter am Brünnstein [Video]](http://i.imagebanana.com/img/6yugwytm/1_bruennstein.jpg)






